Refugee 11

Wenn man zum Kicken zusammen kommt…

…braucht man bekanntlich elf Leute. Dass dabei die Nationalität egal ist, sieht man ja in den ganzen Mannschaften in der Champions League. Da sind in einer Mannschaft meist mehr Nationalitäten vereint, als in einem ganzen deutschen Dorf. Und gemeinsam sind gerade die sehr erfolgreich. Als 2015 sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, folgte nach der Frage nach der notwendigen Unterbringung, wie integriert man die Menschen am besten. Sport und vor allem Fußball eignet sich besonders gut. Es spielen viele sehr gerne und die Regeln sind überall gleich und bekannt. In Erftstadt wurde die „Refugee 11“, eine Mannschaft bestehend aus Flüchtlingen und Deutschen, des SC Germania Erftstadt-Lechenich gegründet. Sie tritt in der Kreisliga C als vierte Mannschaft des Vereins an und ist auch sehr erfolgreich. Darauf wurde TV-Regisseur Jean Baué aufmerksam, der sie zum Thema einer WDR Dokumentation machte. Er legte den Fokus auf drei der Jungs aus der Mannschaft und dokumentierte ihr Ankommen in Deutschland.

Einige der „Refugee 11“ sind inzwischen gute Freunde von mir. Daher war ich bei einem Dreh mit dabei, um das Filmprojekt wiederum mit dem Handy zu dokumentieren.

Ich hoffe, dass ich es nicht in den Film geschafft habe. Ich war der Kamera eigentlich so gut es ging ausgewichen. Ich freue mich sehr für die Jungs, dass sie mit der Filmcrew nach Berlin zum Fußballfestival „11mm“ eingeladen wurden, um die Weltpremiere ihres Filmes zu feiern.

Fotos © Privat 2017

Wer sich die Dokumentation über Eyad, Denald und Abdul und den Rest der „Refugee 11“ gerne ansehen möchte, hat dazu am 17. Mai 2017 um 22:55 Uhr die Möglichkeit. Denn dann wird der Film im WDR Fernsehen ausgestrahlt. Oder man kommt am 13. Mai für 16 Uhr nach Erftstadt (Gottfried Winkel Realschule, Jahnstr. 1), wo zur Filmpräsentation noch ein kleines Fest drum herum ist. Dort kann man dann mit den Darstellern, den Erftstädter Alt- und Neubürgern und mir die Dokumentation gemeinsam schauen.

Neven Subotic und Abdullah Youla Daffe unterhielten sich im Herbst 2016 auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund über Fluchtursachen wie zum Beispiel Krieg und Armut.

Mohammad Al Hussein und José Pierre Vunguidica sprachen in der Gästekabine des SV Sandhausen über Mohammads Weg von Syrien nach Deutschland.

Forson Narmo Smail und Mario Vrancic sind beide geflohen. Bei ihrem Treffen auf dem Trainingsgelände vom SV Darmstadt 98 unterhielten sie sich auch darüber, wie sie Deutsch gelernt haben.

Stephen Sama und Noorullah Merzakhel spielten im November 2016 auf dem Gelände des VfB Stuttgart gemeinsam Fußball und redeten über ihre ersten Eindrücke von Deutschland.

Im Oktober 2016 trafen sich Osey Nijervan und Enis Alushi auf dem Trainingsplatz des 1. FC Nürnberg. Sie sprachen darüber, welche Rolle Heimat für ihre eigene Identität hat.

Im Herbst 2016 trafen sich Ismail Lakhel und Milad Salem in der Halle des Leistungszentrums von Holstein Kiel und sprachen über den Asylprozess.

Fehmi Almgharbl und Eroll Zejnullahu trafen sich in einer Lounge des 1. FC Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei. Sie waren sich einig, dass Sport in Zeiten von Unsicherheit hilft, Stress zu bewältigen.

Gerald Asamoah und Eyad Ibrahim trafen sich auf der Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen, tauschten ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierungen aus und sprachen darüber, wie sie sich in solchen Momenten verhalten.

Chris Abram Asams und Vedad Ibisevic sprachen bei ihrem Treffen auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC über die Ängste, die eine bevorstehende Abschiebung auslösen kann.

Denald Jonuzi und Fatmire Alushi trafen sich auf dem Trainingsgelände des 1. FC Nürnberg und sprachen über ihre erste Zeit in Deutschland.

Aias Aosman und Arton Ferati trafen sich in der Gästekabine der SG Dynamo Dresden und sprachen über die Spielregeln von Integration und Demokratie.

Fotos © Knut Schmitz 2016

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2 Kommentare zu Refugee 11

  1. Reinhard sagt:

    Tolle Doku!

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