Skulpturen Münster 2017

Wenn man in der Stadt auf Skulpturen trifft…

…ist in Münster wieder das alle zehn Jahre stattfindende Skulpturen-Projekt dran. So war es dann auch 2017. Ich habe es endlich geschafft etwas darüber zu schreiben. Aber was lange währt…

Ein Glück, dass ich einen syrischen Freund in der Nähe von Münster besuchte. Denn so hatte ich auch einen Grund in der Ecke von Münster zu sein. Ich glaube, er wusste am Anfang nicht so genau worum es ging. Aber als wir uns dann einige Sachen angeschaut hatten, waren wir beide sehr begeistert.

Da ich nur zwei Tage bei ihm war, mussten wir uns sputen. Alle ausgestellten Skulpturen haben wir leider nicht geschafft, da wir auch so einiges an Programm hatten. Ich hatte mir vorher schon überlegt, welche ich mir gerne ansehen wollte. So kamen wir in Münster an und waren erst einmal ganz schön planlos. Überall rannten Leute mit einem Plan herum, aber woher sie die hatten wussten wir nicht. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Planbesitzer, wussten wir wo wir einen herbekommen. Unser erstes Ziel war ON WATER von Ayşe Erkmen. Sehr beeindruckend! Es schien, als ob man über das Wasser läuft – hatte etwas von Jesus. Wir zogen unsere Schuhe aus, stellten sie an den Rand und gingen los. Enten schwammen an uns vorbei und Fische knabberten manchmal an den Zehen. Ein bisschen Sebastian Kneip machten wir also dadurch auch noch. Was will man mehr?

 

Auf dem Weg zum nächsten Werk sahen wir einige Skulpturen der vergangenen Jahre. Schön, dass Münster diese teilweise behält und dauerhaft ausstellt.

Wir trafen uns mit einer Freundin von mir die jetzt in Münster studiert. Sie zeigte uns die nächste Skulptur und erklärte uns etwas dazu. Die Skulptur BELIEBTE STELLEN von Nair Baghramian musste ich erst einmal etwas sacken lassen. Denn überall um Erbdrostenhof lagen Teile dieses Kunstwerkes herum. Als die Freundin erklärte, dass es sich hierbei um angedeutete Protesen handelt, wusste ich auch warum eine Statue, der ein Arm fehlte, von der Skulptur einbezogen wurde.

Leider war unsere Zeit für diesen Tag sehr begrenzt, weshalb wir uns nur noch eine Skulptur anschauen konnten. Da die Freundin in der Nähe des Schauspielhauses wohnte und wir sie noch nach Hause bringen wollten, gingen wir uns noch MATRIX von Shaina Anand und Ashok Sukumaran anschauen. Hier waren zwischen den Überresten des alten und dem neuen aus Glas gebauten Theaters schwarze Kabel gespannt. Man konnte daran ziehen oder drücken und man bekam Geräusche oder Melodien zu Gehör. Es war interessant und doch fand ich es nach einer gewissen Zeit nervig. Vielleicht war das vom Künstler so gewollt.

Auf dem Weg zum Auto kamen wir noch bei NIETSCHE´S ROCK vorbei. Die Skulptur von Justin Matherly stand mitten auf dem Sevatiiplatz. Immer wieder schauten Besucher in das Innere. Davon angefixt, taten wir es ihnen nach und erblickten Gehhilfen. Die Betonplatten, die den Felsen ergaben, standen darauf. Das war eine interessante Verwendung. Statt einen Menschen zu stützen, halfen sie dem Stein beim Stehen.

Ich fuhr dann mit dem Freund wieder zurück zu ihm nach Hause, wo wir einen schönen Abend mit Kebab und syrischen Köstlichkeiten genießen wollten.

Am nächsten Tag machten wir uns nochmal auf den Weg nach Münster, da ich unbedingt die Eishalle sehen wollte. Dort angekommen, mussten wir kurz auf den Einlass warten und wir stellten uns brav an – und achteten auf die Bienen. AFTER ALIFE AHEAD von Pierre Huyghe übertraf alles was ich erwartet hatte. Es fühlte sich an, als würde der Ursprung der Welt auf die Gegenwart treffen. Bienen lebten hier, die Pfaue die anfangs mal hier waren, hatten das Ganze nicht so gut vertragen und waren wieder zu ihrem Hof gebracht worden. Fast mittig stand ein riesiges Aquarium in dem Fische schwammen. Dass sie gentechnisch verändert waren las ich erst später. Ob sie deshalb leuchteten kann mir bestimmt ein Biologe sagen. Im Dach öffneten sich im Wechsel mit den Geräuschen und Lichtern im Aquarium Luken. Es gab ein Biotop und auch so noch viel zu sehen, wovon ich einiges erst im Nachhinein erfasste, nachdem ich etwas über das Werk gelesen hatte. Alles in allem war es für mich der Höhepunkt der Skultpur-Projekte Münster.

Wir gingen anschließend zum Aasee in Münster und genossen die Sonne. Tranken etwas, liefen um den See herum, unterhielten uns über die gesehen Kunstwerke und sonstige Sachen. Schade, dass ich nicht mehr Skulpturen geschafft hatte. Aber in neun Jahren, werde ich mal versuchen alle zu betrachten, denn es lohnt sich auf jeden Fall.

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