REFOODGEES

Wenn man syrisches Essen mit einem Geschäftsmodel verbindet…

…entwickelt sich ein Projekt wie die REFOODGEES, wie im wunderschönen Köln geschehen. Hier entstand aus ehrenamtlicher Arbeit ein Projekt für Flüchtlinge, das ich bisher nur auf Facebook und Instagram verfolgt habe.  Dann bekam ich endlich die Chance es auch im „real life“ zu testen. Ich machte mich mit Mostafa und Anne-Kathrin auf den Weg zum „Laden Ein“. Es handelt sich um ein sogenantes Pop-Up-Restaurant, das bedeutet, für zwei Wochen ist immer ein anderer Koch verantwortlich und verwöhnt die Kölner mit seinen Köstlichkeiten. Zuletzt waren es die REFOODGEES. Ein klasse Konzept finde ich.

Obwohl das Wetter nicht so schön war, saßen draußen Leute und auch drinnen war fast alles besetzt. Wie üblich bei meinem vollen Terminplaner, waren wir kurz vor Ladenschluss da und am letzten Tag der REFOODGEES.  Dennoch bekamen  wir, dank Mostafas Rat, unser „Freaky“. So heißt der gekochte Weizen aus Frühernte mit Bio-Chicken – extrem lecker!  Ich habe schon einiges von der syrischen Küche getestet. Von Fatusch, über Maklube bis hin zu Fatet Humus. Und da Tabouleh irgendwie auch immer dabei sein muss, bestellten wir uns den syrischen Petersiliensalat noch dazu. Aber Freaky war neu für mich. Und wieder mal zeigte sich, dass es sich lohnt etwas Neues auszuprobieren.

Schade, dass die REFOODGEES aktuell nicht mehr im „Laden Ein“ sind. Aber ich werde trotzdem nicht das letzte Mal dort gegessen haben, da ich die Abwechslung sehr gut finde und zumal ich bei einem der Köche meine Arabischkenntnisse auspacken konnte.

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Refugee 11

Wenn man zum Kicken zusammen kommt…

…braucht man bekanntlich elf Leute. Dass dabei die Nationalität egal ist, sieht man ja in den ganzen Mannschaften in der Champions League. Da sind in einer Mannschaft meist mehr Nationalitäten vereint, als in einem ganzen deutschen Dorf. Und gemeinsam sind gerade die sehr erfolgreich. Als 2015 sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, folgte nach der Frage nach der notwendigen Unterbringung, wie integriert man die Menschen am besten. Sport und vor allem Fußball eignet sich besonders gut. Es spielen viele sehr gerne und die Regeln sind überall gleich und bekannt. In Erftstadt wurde die „Refugee 11“, eine Mannschaft bestehend aus Flüchtlingen und Deutschen, des SC Germania Erftstadt-Lechenich gegründet. Sie tritt in der Kreisliga C als vierte Mannschaft des Vereins an und ist auch sehr erfolgreich. Darauf wurde TV-Regisseur Jean Baué aufmerksam, der sie zum Thema einer WDR Dokumentation machte. Er legte den Fokus auf drei der Jungs aus der Mannschaft und dokumentierte ihr Ankommen in Deutschland.

Einige der „Refugee 11“ sind inzwischen gute Freunde von mir. Daher war ich bei einem Dreh mit dabei, um das Filmprojekt wiederum mit dem Handy zu dokumentieren.

Ich hoffe, dass ich es nicht in den Film geschafft habe. Ich war der Kamera eigentlich so gut es ging ausgewichen. Ich freue mich sehr für die Jungs, dass sie mit der Filmcrew nach Berlin zum Fußballfestival „11mm“ eingeladen wurden, um die Weltpremiere ihres Filmes zu feiern.

Fotos © Privat 2017

Wer sich die Dokumentation über Eyad, Denald und Abdul und den Rest der „Refugee 11“ gerne ansehen möchte, hat dazu am 17. Mai 2017 um 22:55 Uhr die Möglichkeit. Denn dann wird der Film im WDR Fernsehen ausgestrahlt. Oder man kommt am 13. Mai für 16 Uhr nach Erftstadt (Gottfried Winkel Realschule, Jahnstr. 1), wo zur Filmpräsentation noch ein kleines Fest drum herum ist. Dort kann man dann mit den Darstellern, den Erftstädter Alt- und Neubürgern und mir die Dokumentation gemeinsam schauen.

Neven Subotic und Abdullah Youla Daffe unterhielten sich im Herbst 2016 auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund über Fluchtursachen wie zum Beispiel Krieg und Armut.

Mohammad Al Hussein und José Pierre Vunguidica sprachen in der Gästekabine des SV Sandhausen über Mohammads Weg von Syrien nach Deutschland.

Forson Narmo Smail und Mario Vrancic sind beide geflohen. Bei ihrem Treffen auf dem Trainingsgelände vom SV Darmstadt 98 unterhielten sie sich auch darüber, wie sie Deutsch gelernt haben.

Stephen Sama und Noorullah Merzakhel spielten im November 2016 auf dem Gelände des VfB Stuttgart gemeinsam Fußball und redeten über ihre ersten Eindrücke von Deutschland.

Im Oktober 2016 trafen sich Osey Nijervan und Enis Alushi auf dem Trainingsplatz des 1. FC Nürnberg. Sie sprachen darüber, welche Rolle Heimat für ihre eigene Identität hat.

Im Herbst 2016 trafen sich Ismail Lakhel und Milad Salem in der Halle des Leistungszentrums von Holstein Kiel und sprachen über den Asylprozess.

Fehmi Almgharbl und Eroll Zejnullahu trafen sich in einer Lounge des 1. FC Union Berlin im Stadion an der Alten Försterei. Sie waren sich einig, dass Sport in Zeiten von Unsicherheit hilft, Stress zu bewältigen.

Gerald Asamoah und Eyad Ibrahim trafen sich auf der Glückauf-Kampfbahn in Gelsenkirchen, tauschten ihre persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierungen aus und sprachen darüber, wie sie sich in solchen Momenten verhalten.

Chris Abram Asams und Vedad Ibisevic sprachen bei ihrem Treffen auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC über die Ängste, die eine bevorstehende Abschiebung auslösen kann.

Denald Jonuzi und Fatmire Alushi trafen sich auf dem Trainingsgelände des 1. FC Nürnberg und sprachen über ihre erste Zeit in Deutschland.

Aias Aosman und Arton Ferati trafen sich in der Gästekabine der SG Dynamo Dresden und sprachen über die Spielregeln von Integration und Demokratie.

Fotos © Knut Schmitz 2016

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Monument

Wenn Dresden mit Aleppo leidet…

…stehen drei große Busse hochkant vor der Frauenkirche. So hatte ich es bisher im Fernsehen und im Internet gesehen. Beeindruckt von diesem Werk wollte ich es natürlich auch mit eigenen Augen sehen. Gerade auch um zu zeigen, dass die meisten Deutschen dazu anders stehen, als die Deppen von PEGIDA. Daher verband ich meinen Besuch bei einem syrischen Freund, der in Weimar wohnt, mit der Fahrt am Samstagmorgen nach Dresden. Als ich dann vor dem Werk des syrisch-deutschen Künstlers Manaf Halbouni stand verschlug es mir die Sprache. Gerade weil ich daran denken musste, dass die Busse, welche ihn inspiriert hatten, zum Schutz so aufgestellt wurden. Es war einfach nur überwältigend. Ich fühlte mich, in meiner achso heilen Welt, ziemlich schlecht.



 

Nachdem wir uns die Busse von allen Seiten angeschaut hatten, besichtigten wir noch etwas die Stadt. In Dresden war ich selbst auch noch nie gewesen, dafür mussten erst die Busse kommen, um mein dringendes Interesse zu wecken. Die Stadt ist wunderschön. Ein alter Riesenbau neben dem anderen, alles schön gestaltet und restauriert. Dass wir auch noch mit dem Wetter Glück hatten, hat zu den tollen Fotos beigetragen. Am Montag nach unserem Besuch gaben die Toten Hosen ein Überaschungskonzert, um den Demonstranten gegen Rechts zu danken. Ich möchte hier auch Danke sagen, an die Dresdner die immer noch fleißig gegen den Fremdenhass in ihrer Stadt auf die Straße gehen. Ihr zeigt, dass Deutschland das ist wofür ich es halte: Nämlich ein tolerantes, kreatives und buntes Land im Herzen Europas. 

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Full of Love

Wenn etwas Neues von meiner Lieblingsdänin kommt…

© Lichtfaktor GmbH

…dann freue ich mich ganz besonders. Alice habe ich bei dem von uns organisierten Konzert „93|S“ zur Kulturzeit kennengelernt. Sie war mir zuvor bei einer anderen Kunstveranstaltung aufgefallen, bei der ihr Auftritt mich richtig gefangen hatte. Auch bei uns in der Kleinen Bühne hatte sie – vor einem leider kleinen Publikum – einen atemberaubenden Auftritt hingelegt. Der Kontakt war dank der Sozialen Netzwerke weiter bestehen geblieben. Jetzt ist ein neues Lied von ihr herausgekommen, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

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Lass uns lernen!

Wenn das Video online geht…

…kann man schon mal stolz sein. Vor einigen Wochen hatte ich ja von meinem Videodreh für die LASS UNS LERNEN! Reihe berichten. Ich hatte ja etwas die Sorge gehabt, dass ich keine schauspielerische Glanzleistung erbracht habe. Aber ganz so schlimm, wie es mir während der Dreharbeiten vorkam, war ich dann doch nicht. Die ersten beiden Videos, die Rody Almahmoud mit Deiaa Abdullah gemacht haben, waren schon sehr vielversprechend gewesen. Ich denke, dass sie helfen können, sich in Deutschland besser zurecht zu finden. Dei beiden können auf jeden Fall auf ihre Arbeit stolz sein. Hier nun die dritte Folge – mit meinem Auftritt als Bankangestellter.

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Oriental Jazz Folk

Wenn sich eine Italienerin, eine Deutsche und drei Syrer zusammentun…

…kommt ein wunderschöner Sound bei raus. Gerade die Stimmen harmonieren sehr gut und wenn dann noch europäischer auf den arabischen Sound trifft, funktioniert es einfach sehr gut. Wenn dann noch jemand den man kennt mitmacht, dann ist es noch spannender und erfreuend. In diesem Fall ist es die liebe Fritzi, welche übrigens auch aus dem wunderschönen Erftstadt stammt. Sie hat es inzwischen ins ferne Berlin verschlagen, wo sie mit einigen anderen Musikern die Band GIVE ME A PAPER gründete. Als Projekt aus einer Jamsession im Flüchtlingsheim heraus gestartet, gibt es die Band jetzt schon seit 2015. Neben Fritzi Noirhomme (Deutschland) spielen noch Mohammad Abu Hajar (Syrien), Ahmad Niou (Syrien), Laura Bondi (Italien) und Zaher Alkaei (Syrien) in der Band. Ihr Stil ist eine Mischung aus Oriental, Jazz und Folk. Gerade mit ihrem neuesten Song (Nimm meine Hand), das in den drei Muttersprachen (Deutsch, Italienisch und Arabisch) gesungen/gerappt wird,  ist ihnen ein extrem schönes Lied gelungen. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es mal wieder nach Berlin, um sie mal live zu sehen. Oder sie kommen mal zu uns ins Rheinland. Übrigens sind ihre Videos ebenfalls sehr sehenswert.

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Erklärvideo

Wenn man Deutschland erklären will…

…macht man das am besten mit einem YouTube Video. Ich bin ein hilfsbereiter Mensch. Als mich ein Bekannter fragte, ob ich bei einem Videodreh als Darsteller aushelfen könnte, gab es deshalb nur eine Antwort. Natürlich sagte ich ja, zumal es sich um ein Erklärvideo handeln sollte. Das ist etwas, was ich selbst momentan viel sinnvoller finde, als die vielen Videos, in denen Flüchtlinge meinen sich entschuldigen zu müssen. Für was? Für Sachen die andere getan haben? Ihr müsst Euch nicht entschuldigen! Ihr habt nichts getan und ich denke, das ist auch bei dem Großteil der Deutschen angekommen. Den Rest wird auch Euer Video nicht interessieren. Jetzt finde ich, ist es eher an der Zeit, dass Flüchtlinge sich gegenseitig helfen – auch gemeinsam mit deutscher Unterstützung.

Deshalb freute ich mich sehr auf den Dreh mit Rody Almahmoud. Ich sollte einen Bankangestellten spielen, bei dem ein Syrer ein Konto eröffnen möchte. Am Drehtag lernte ich dann auch den Darsteller des „Syrers“ kennen. Es war niemand geringeres als Deiaa Abdullah. „Wer???“, werden hier jetzt sicher viele fragen. So ging es mir ehrlich gesagt auch. Was aber daran liegt, dass ich eben kein Deutsch, sondern gerade Arabisch lerne. Deiaa macht schon seit einigen Jahren YouTube Videos in denen er auf Arabisch die deutsche Sprache erklärt. Mit fast 80.000 Abonnenten ist er eine kleine Berühmtheit unter den Syrern in Deutschland. Wir starteten den echt lustigen Dreh. Für mich war es gar nicht so einfach, da ich leider nicht die Zeit gefunden hatte, den Text richtig zu lernen. Aber vor allem, da ich in einem so langsamen  – also extrem verständlichen – Tempo sprechen musste, wie ich es nicht gewohnt bin. Ich verfiel immer wieder in meine normale Sprechgeschwindigkeit.

Aber wir hatten viel Spaß beim Dreh und der ging trotzdem recht schnell vorbei. Nach fast zwei Stunden und einer Pause war alles zu Rodys Zufriedenheit im Kasten. Ich bin gespannt und werde hier das fertige Video posten, sobald es online ist. Und wer weiß, vielleicht folgen ja noch weitere. Ich wäre auf jeden Fall wieder zur Stelle.

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Zirkusmassaker

Wenn es in beide Richtungen passt…

…könnte ein Musikvideo zweimal veröffentlicht werden. So wie bei der russischen Folklore-Ska-Band Leningrad. Das vom russischen Regisseur Ilja Naischuller entwickelte Video, passt dazu wie die Faust aufs Auge. Deshalb geht das Video gerade auch Viral durch die Decke. Denn man kann es sich vorwärts und rückwärts anschauen und es passt alles. Macht Euch selbst ein Bild und feiert wie ich zu dem Lied ab. 

Und das ganze nochmal von Vorne.

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Youtuber testen syrisches Essen

Wenn das Fremde nicht mehr so fremd ist…

…dann hat die Integration geklappt. Dass diese auf beiden Seiten stattfinden muss, das wissen wir ja schon etwas länger. Daher fand ich es extrem spannend, als ich das Video von einigen deutschen Youtubern gesehen habe, welche syrisches Essen testeten. Wer meinem Instagram-Account folgt, hat bestimmt schon mitbekommen, dass ich die syrische Küche seit letztem Jahr hin und wieder esse. Auslöser war meine ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe. Obwohl ich es inzwischen eher als Hilfe für Freunde betiteln würde, das sind wir inzwischen geworden. Ich erkannte – bis auf ein Gericht – alle im Video zu sehenden Speisen. Den Test-Essern bei YouTube kann ich dabei nur zustimmen, dass die syrische Küche sehr lecker ist. Gerade Molokhia schmeckt extrem geil! Schaut Euch das Video an, testet danach selbst mal was die syrische Küche so hergibt. Denn wer das nicht macht, verpasst einige kulinarische Hochgenüsse.

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Saudi Arabischer Emanzipationskampf

Wenn man versucht, den Rest der Welt aufmerksam zu machen…

…dann macht man heutzutage ein Musikvideo. Ansonsten scheint sich nicht wirklich jemand dafür zu interessieren, dass die Frauen in Saudi Arabien nicht die gleichen Rechte haben wie Männer. Wobei, sehr lange klappt es mit den Frauenrechten auch in Deutschland noch nicht. Wenn man bedenkt, dass es bis in die 1950er Jahren Gesetz war, dass eine Frau ihren Mann fragen musste, ob sie arbeiten darf. Die Frauenbewegung und ihre vermutlich wichtigste Figur Alice Schwarzer hat viel erreicht. Ich sehe Alice Schwarzer aktuell eher kritisch, da sie für mich derzeit zu einseitig gegen den Islam wettert. Das sehe ich eher als einen ziemlichen Abstieg der einstigen Grande Dame der deutschen Emanzipationsbewegung.

Frauen und Männer in Saudi Arabien haben einiges riskiert, um dieses Video zu machen. Die Gesetze dort sind sehr streng, was die Verschleierung der Frau angeht. Autofahren oder Skateboardfahren, selbst Baskettballspielen ist den Frauen untersagt. Meine Hoffnung ist, dass dieses Video nicht nur auf die Situation der Frauen aufmerksam macht, sondern vielleicht auch etwas daran ändert.

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