Kölner Liste 2017

Wenn die Kunstfamilie zusammen kommt…

…geht es mit der Kölner Liste weiter. Der Umzug dieses Jahr in die Räume der XPost hat der Messe gut getan. Letztes Jahr war ich sehr begeistert gewesen, jetzt wurde noch eine Schippe drauf gelegt. Zuerst fand ich den Umzug etwas schade, weil ich die Räume im den Carlswerken sehr charmant fand. Doch als ich bei der Presseführung und im folgenden Rundgang mit Catha die Kunstwerke bewunderte, fiel uns eines direkt auf: Es gibt wesentlich mehr Platz. Nun kann man die Kunstwerke mit etwas mehr Abstand auf sich wirken lassen.

Das Niveau der ausgestellten Kunstwerke ist meiner Meinung nach zudem gestiegen, was echt schon was heißt, da es letztes Jahr wirklich nicht gering war. Aber der größte Pluspunkt für die Kölner Liste ist und bleibt immer noch die Nähe zu den Künstlern und den Galleristen. Wir haben echt tolle Gespräche über Kunst und viele andere Themen geführt.

Nun zum meine Favoriten unter den Künstlern:

Als selbständiger Fotodesigner freute ich mich natürlich umso mehr, dass die Presseführung mit der Fotografie-Sektion begann. Hier fielen mir die Werke von Guerel Sahen besonders auf. Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Landschaftsaufnahmen bin, haben mich seine Bilder direkt gefesselt.

Schon während der Presseführung fielen mir die Bilder von Jean-Pierre Kunkel ins Auge, die ich zunächst für Unterwasserfotos hielt. Dass es sich um fotorealistische Malereien handelte, bemerkte ich dann beim näheren Betrachten. Ich war so gefangen von den Bildern der badenden Frauen im Bikini, dass es schwer war, nicht hin zu schauen, wenn man an dem Stand vorbei ging.

Brigitte Saugstads indischen Gottheiten gleichenden Elefanten erweckten mit ihrer süßen, kitschigen Art direkt mein Interesse. Sie kommen in Form und auch Farbgebung nicht wie gewöhnliche Figuren von indischen Gottheiten daher. Stattdessen wirkten sie auf mich niedlich und freundlich, direkt sympathisch.

Die skurril, surrealen Skulpturen vom aus Litauen stammenden Holzbildhauer Edvardas Racevičius gehörten ebenfalls zu den spannendsten Kunstwerken. Seine Figuren zeigen dem Betrachter die Natürlichkeit des Materials Holz. Die Symbiose aus natürlichen Ästen, welche ein Teil des Körpers werden, und bearbeitetem Holz, ergänzen sich perfekt und wirken nicht wie ein Fremdkörper. Einfach wunderschön!

Der Stand der Bildpark Gallery beinhaltete nur einen Künstler, doch dieser hatte es in sich. Der unter dem Pseudonym arbeitende Künstler Valsugo mischt Materialien, um aus ihnen futuristische, neonfarbende Werke zu schaffen.

Bei den herrlich bunten Werken von Jack Vogelheide mussten wir einfach stehen bleiben. Aber nicht nur weil uns die Werke so gut gefielen, sondern auch weil die Zwillingsinhaber der Galerie SCHAUstudio mit uns ins Gespräch kamen. Wenn ich demnächst mal wieder in Koblenz bin, werde ich gerne vorbei schauen.

Eine der Galeristinnen empfahl uns Bree Corn und als wir zu ihrem Stand kamen, wussten wir auch warum. An ihren wunderschönen Fotos konnte man einfach nicht vorbeigehen. Wir unterhielten uns lange mit ihr. Nochmal danke für das sehr interessante Gespräch.

Papierarbeiten sind auch immer etwas, dass mir sehr zusagt, da ich Papier als Material sehr spannend finde, besonders wenn man es ungewöhnlich nutzt. Daher war es logisch, dass mir die Werke von Bronislava von Podewils auf Anhieb gefielen. Sein Kaugummiautomaten hatte zudem einen ziemlich coolen Retro-Schick. Aber auch die Tiere aus Karton waren beeindruckend. Zumal noch Werbedrucke der Firmen lesbar waren und so ein Industrial Charme mit ihnen einher ging. Der Geißbock, der wie das FC-Maskottchen Hennes aussah, war natürlich mein Favorit.

Es war uns klar, dass wir bei Eliot the Super vorbei gehen würden. Catha hatte ja schon bei der Art Fair zwei seiner Werke erworben und auch mit den neuen Drucken liebäugelte sie.

Mit Pagener & Petermann haben wir beide schon eine kleine Freundschaft geschlossen. Ich selbst hatte beide bei der ArtPul kennen gelernt und dann bei der Kölner Liste letztes Jahr wieder getroffen. Deshalb waren wir auch sehr lange an ihrem Stand, tranken Sekt, aßen Gebäck und bewunderten die neuesten Werke der beiden. Bei der Presseführung war an ihrem Stand ein großer Andrang gewesen, da alle die herrlich verspielten Werke von Micaela Pagener und Volker Petermann fotografieren wollten. Micaelas detaillierten Assemblagen stachen aus der Masse heraus und auch die Bilder ihres Mannes fielen mit ihren Farben und Formen auf. Wir ließen es uns an dem Stand gut gehen und schauten im Laufe des Tages einige Male vorbei, um immer wieder in interessante Gespräch zu verfallen.

Die Werke von dem aus Algerien stammenden, jetzt aber in München lebenden Künstlers Benka, waren für mich eine neue tolle Entdeckung. Seine großformatigen Werke fielen nicht nur wegen der Neonfarben auf. Auch sein Stil gefiel mir persönlich sehr gut. Dass ich mich mit ihm etwas auf Arabisch unterhalten konnte, sorgte dafür, dass wir sehr schnell in ein spannendes Gespräch kamen, und uns über die Kunstwelt im Allgemeinen und seine Werke im Besonderen unterhielten.

Da ich letztes Jahr leider die Opening-Party nicht hatte besuchen können, ließen wir sie uns dieses Jahr aber nicht nehmen. Hoffentlich schaffen wir es nächstes Jahr wieder hin zu gehen, um einige neue Freunde unter den Künstlern zu treffen. Es ist immer wieder schön, sie auf der Messe wieder zu sehen. Im Rheinland sagt man ja auch nicht von ungefähr: Einmal ist keinmal, beim zweiten Mal ist es Tradition und beim dritten Mal Brauchtum.

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